The Last Run
Mittwoch, 21. April 2010As I have promised, I'll write something about the last trip in Argentina. As well I promised to write my blog at least in english. So I do... finally. My idea is to write straight in English, not to write first in German and translate it later... the translations always get lost in the To-Do-Lists.
There are so many contacts I have, not willing to learn German only for my blog. I was always sorry to say, "Here's my webpage, but it's German only".
OK, about the trip....
Es toben die Stürme...
Sonntag, 3. Januar 2010... es brausen die Wogen.
ok... Wogen gab es keine aber der Sturm, der noch immer übers Dach fegt war recht interessant.
Von meinem Fenster aus sah ich eine schwarze Sandwolke auf uns zukommen. Es brauchte etwa 2 minuten, da war es Nachtschwarz. Patagonien ist schon lustig!
Von selektiver Wahrnehmung und dem Theorem zur Existenz Gottes
Mittwoch, 30. Dezember 2009In nun fünf Monaten in dieser Firma, ich nenne sie mal nicht beim Namen, machte ich mir schon so einige Gedanken. Ist nicht so das ich hier zuviel Zeit hätte, mein vegetatives Nervensystem zum Beispiel arbeitet stets auf hochtouren. Die höheren Gehirnfunktionen werden durch regelmässige Kaffeeinfusionen gewährleistet, so wird das kribbeln im Kopf immer wieder zurückgedrängt.
In meinen Anstrengungen, das hier erlebte in Worte zu fassen, schrieb ich schon so einige Berichte, löschte sie aber wieder. Es war zu... unkreativ. Wie auch immer ich es beschreiben wollte, es las sich wie die Bedienungsanleitung eines Irrenhauses. Mit diesem Wahnsinn ist nun schluss.
So also mal zu den Fakten...
Theoretisch gesehen regelt diese Firma die Wasserversorgung einer ganzen Provinz von etwa der halben Grösse Deutschlands. Praktisch gesehen tut sie es nicht! Die Zuständigkeiten wurden im laufe der Jahre so oft verstaatlicht und wieder privatisiert, dass man sich jeden Morgen aufs neue fragt ob man nun Salutiert oder sich doch die Hand schüttelt. Zum heutigen Zeitpunkt hat sich ein Gleichgewicht eingependelt, die Firma ist nun halbstaatlich. Der aufkeimende Funke der Hoffnung kommt allerdings nicht weit. Die Firma ist einer übergeordneten Wasserbehörde unterstellt. Das ist zwar soweit nicht verwunderlich, irgendwer muss es ja regeln. Nur hat man zwischen Firma und Behörde mittlerweile keine Ahnung mehr, wer nun für was und warum zuständig ist.
Da ich mich in der ersten Zeit recht gut zu beschäftigen wusste, lebte ich in einer selektiven Realität. Dinge geschahen, die ich entweder über sprachliche oder systematische Anpassungen geistig ausklammern konnte. Mein zentrales Nervensystem verstand sich lange darauf, teile meines Gehirns ausser kraft zu setzen und mich der Situation so hinzugeben wie sie war.
Die beschäftigungsreiche Zeit am Anfang verbrachte ich mit dem Aufräumen der Daten auf dem Computer und des 4-fachen Backups auf dem Firmen-"Server". Mein Vorgänger, ein qualifizierter Ingenieur, verstand sich gut auf fraktale Datenspeichersysteme und der vollstrukturierung des Nichts. So war ich in der Lage den Informationsreichtum von gefühlten 30 Gigabyte (ohne Backups) auf 30 Megabyte zu komprimieren. Erste Karriereideen kamen dabei auf.
Dank meiner ersten Erfahrung mit der Erstellung von Kostenvoranschlägen für Lufteinblasanlagen für Klärgruben... für ... ach nein. Gut, nach Recherche aller nötigen Details, Lieferanten und Einzelpreise wagte ich mich nach Arbeitslöhnen zu fragen. Nicht mal für mich, nur für den Kostenvoranschlag. Das es kein anderer im Büro wusste war keine Überraschung. Als aber mein telefonisch befragter Vorgänger es schaffte, sogar das Telefon mit den Schultern zucken zu lassen, schrieb ich einfach irgendetwas. Es fiel nie auf. Wie auch? Drei Tage später wurde das gesamte Projekt von der Behörde gekippt. Das Datum auf der Notiz brachte mich meiner tatsächlichen Realität wieder ein Stück näher. Das Projekt war schon geändert worden, noch bevor ich mit dem Kostenvoranschlag anfing.
Die nächsten Wochen wollte ich mich nun mit sinnvollen Dingen beschäftigen. Ich erstellte das am besten gestaltete, multifunktionellste und vor allem teuerste Excelvorlage der ganzen Republik. Ich habe Sie bis zum heutigen Tag nicht einmal mehr benutzt.
Die restlichen drei Monate, bis Heute, verliefen ruhig. Man versuchte verschiedene Probleme zu lösen um zwei Jahre alte Projekte in den letzten Tagen mal eben fertig zu stellen...
Auszug Wikipedia:
Unter Problemlösen versteht man die Tätigkeit eines intelligenten Wesens, für ein gestelltes Problem - meist durch bewusste Denkprozesse - eine Lösung zu entwickeln oder anzuwenden.
... So harrte man der Dinge die da kommen.
Die Situation treibt mich nicht nur dazu das Internet auf Papier abzuschreiben, in den wachen Momenten meines Großhirns denke ich auch über dieses und jenes nach. Sogar ich ungläubiger musste nach Betrachtung einiger Fakten die Existenz eines höheren Wesens einräumen.
Was auch immer passierte, niemand starb wegen versagender Wasserversorgung.
1. Axiom:
Abbrennende Produktionsanlagen verursachten lediglich nicht nenneswerte Todesfälle.
2. Axiom:
Das Argentinische Volk verbrannte bisher nicht in einem Flammenmeer, verursacht durch Fehlfunktionen oder Kurzschlüsse in ihrer Energieversorgung.
3. Axiom:
Weihnachtsstimmung
Donnerstag, 24. Dezember 2009Nu fang ich doch wieder an zu schreiben. Ich muss zwar davon ausgehen, das meine Mitleserschaft auf dem Blog, dank meiner Aktivität, schwer eingebrochen ist, aber irgendwo muss ich es hinschreiben.
Ich sitze gerade auf der Arbeit. Bis zwölf sind wir heute hier, da der Herr Gouverneur in seiner Herrlichkeit und Mildtätigkeit per Dekret bekanntgegeben hat, das alle Menschen seiner Provinz am Heiligabend und Silvestertag nur bis 12 Uhr Arbeiten.
(Das mit dem Dekret war kein Witz!)
Natürlich gibt es hier Dinge, die sich von Deutschland nicht unterscheiden, so wollen zum Beispiel alle frei haben aber die Supermärkte müssen bis 18 uhr geöffnet bleiben. Wäre ja schrecklich wenn die Einkaufspläne durch ein plötzlich aufkommendes Weihnachtsfest durchkreuzt würden.
Naja, so ist Weihnachten, wie überall eben. Eine andere Beobachtung ist, dass ich keinen Menschen in Weihnachtsstimmung entdecken kann, zumindest nicht mit dem, was ich als Weihnachtsstimmung bezeichnen würde.
Da ich ein recht logisch denkender Mensch bin und meine Religion eher die Wissenschaft ist, glaube ich nicht, aber gar nicht, an das ganze drumherum. Jesus geboren an einem 24. Dezember... sicher! In der Krippe... und zwei Wochen später kommen drei Leute daher, die einem Stern gefolgt sind... gut dass das (angeblich) vor zweitausend Jahren geschehen ist, heute wird man weggesperrt wenn man nur erwähnt man hat einen Stern gesehen und ihm gefolgt ist. Zumindest aber ist man seinen Führerschein los!
So prallen also eigentlich die Geschichten zu Weihnachten, Ostern, Geburt und Wiederauferstehung von mir ab, nun ist es aber bei jedem Menschen so, das er an irgendwetwas glauben wird, vielleicht sogar glauben muss.
In meinem Kopf befindet sich genügend "Narrativum" um auch noch nach Jahren der "Wahrheit" an den Weihnachtsmann glauben zu wollen. Wenn man soetwas sagt, klingt das entweder kindisch oder Senil. Überschreitet man eine gewisse Altersgrenze, sollte man das auch nicht mehr öffentlich sagen, man läuft Gefahr von der eigenen Familie enteignet und ins Altersheim gesperrt zu werden.
Mein Geisteszustand ist weitestgehend unbedenklich, oder zumindest ungefährlich. Ich glaube nicht unbedingt an die Coca-Cola Variante des Weihnachtsmannes, da würde ich auch in eine Krise kommen. Glaube ich dieses Jahr an den von IKEA oder doch eher an den besoffenen von EDEKA? Um das "Glauben" wieder etwas zu relativieren, versuche ich es zu erklären.
Ich weiss nicht welche Drüsen es sein könnten aber sie werden etwa zur Mitte der Adventszeit aktiv und fluten meine Nervenbahnen mit eben diesem Narrativum. Die Realität auf ein Nebengleis umleitend, fängt mein Gehirn also an, mich in einer Welt aus Weihnachtsschmuck, Glühwein und Glücksseeligkeit wandeln zu lassen. So bin ich tatsächlich in der Lage die regionalen Weihnachtstraditionen mit denen ich aufwuchs, zu geniessen. Ich bin in der Lage einen Gang zurückzuschalten, die Meckerer und Miesepeter auszublenden, denn es gibt sie nicht. Das erreicht seinen Höhepunkt beim schmücken des Weihnachtsbaumes. Ebenfalls einfach eine, gar unchristliche, Tradition. An denen meine Eltern, wie auch ich einfach festhalten. Ohne weitere Bedeutung, nur weil es schön ist.
Auszug aus Wikipedia zu "Narrativ":
... Das Narrativum ist eine kreative Wortneuschöpfung des Roman-Autors Terry Pratchett die besagt, dass sich ein geschichtliches Ereignis so weiterentwickeln wird, wie man es von einer Geschichte erwartet. Dabei wird die Erwartungshaltung, die man von einer fiktiven Geschichte (Roman, Film, Theater…) haben kann, auf das reale Leben übertragen...
Nein, ich bin nicht bekifft! Aber gut ich sollte vielleicht erwähnen warum ich diesen kram schreibe und mich auch noch wage, das alles unter meinem Namen im Internet zu veröffentlichen.
Mein Narrativum ist am Ende! Ich habe so etwa am 10. Dezember bemerkt, dass Weihnachtszeit ist. Ich wollte nun wirklich nicht am ersten Advent ein Gedicht aufsagen, mich aber vielleicht hinsetzen und, in Erinnerungen versunken, einen Whisky trinken. Ich habe nur mit den Schultern gezuckt. Das zog sich die ganze Zeit dahin. Auch hatte ich vor einen kleinen Tannenbaum aufzutreiben und dezent (!) zu schmücken. Habe ich nicht "geschafft". Die Weihnachtsbäume hier treiben mir eher die Tränen in die Augen. Kleine Plastik-"Bäume" mit ganz vielen bunten Sachen drin und einer grenzwertigen Anzahl an Lämpchen, die in allen möglichen und unmöglichen farben blinken. Akzeptierte und angewandte Blinkfrequenzen liegen zwischen 2 und 50Hz!
Das sind lokale Traditionen, das ist zu akzeptieren. Ich lasse jeden machen wie er meint. Nur mir fällt die Anpassung schwer. Das auch noch ausgerechnet in der einzigen Zeit des Jahres, in der ich meine logischen Gehirnfunktionen abschalte, Narrativum, Serotonin und was weiss ich noch alles meine Nervenbahnen lähmen und mich in diesen apathisch-glücklichen Zustand der Glücksseeligkeit versetzen.
Ich habe diese Phase irgendwie nicht erreichen können. Selbst der Gefühls- und Meinungsverstärker (Anm. nach Waeltis Kommentar: Stimmungsverstärker passt besser) Nr.1, freund Alkohol konnte mich nicht in den Zustand der Erlösung bringen.
In ganz kurz... ich bin nich in Stimmung!
Verwüstung Patagoniens
Dienstag, 10. November 2009So sieht es aus dem Weltall aus...
Sandsturm, der aus Patagonien in die Provinz Buenos Aires weht.
und das hier ertragen wir...
4. November 2009 (Sommer!!) - Stroeder, ganz in der Nähe von Viedma
Es ist 16:35 und es ist Nacht am hellichten Tag!
Die Flecken sind Sand und Staub im Sturm
Die Sonne ist durch den, in der Luft stehenden, Sand verdunkelt
Ruta 3, Richtung Süden, unweit von Stroeder (und Viedma).
Strasse vom angewehten Sand blockiert.
Laut der NASA kann dieses Phänomen an nur drei Orten Weltweit beobachtet werden
In den Wüsten der Sahara und Sibiriens, ...
und nun auch in der Wüste Patagoniens
Was bietet uns die Zukunft??
Viajeros
Sonntag, 8. November 2009Ich wollte die Bilder ja eigentlich bei Faceb*** hochladen. Da deren verdammter Uploader nicht funktioniert, hatte ich die Wahl. Meinen Sonntag mit Fehlersuche zu vergeuden, oder es vergessen und eine andere Lösung suchen.
Habe mich entschieden die Bilder hier in den Blog zu stellen, so werde ich berühmt, werde jetzt ganz gross rauskommen. Hätte ich die AdSense Werbung hier eingebaut, was ich seit Monaten vorhabe, würde ich sogar reich werden.
Naja, vielleicht auch nicht ![]()
7:04
Mittwoch, 21. Oktober 2009Moin!
Die Sache mit der Arbeit entwickelt sich nun. Ich bin fast durch mit der Beschaffung meiner Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubniss, dauert bisher auch nur ein halbes Jahr!
Auch wenn ich formellerweise die Arbeitsgenehmigung noch nicht habe, bin ich hier schon mitten drin. Die letzten drei Monate habe ich nur auf halber Kraft gearbeitet... von 9 bis 14 Uhr, allerdings auch ohne Geld! Das bekomme ich nun glücklicherweise nachgezahlt, habe also die nächsten drei Monate keine Geldsorgen.
Gestern habe ich nun endgültig den Vertrag unterschrieben, Unfallversicherung, Krankenversicherung und all der ganze Krempel wurde abgehandelt und ich bin wieder im System! Es mag Leute geben denen das gefällt, wegen der Sicherheit und so...
Systeme haben allerdings auch die Eigenschaft zu regulieren und einzuschränken. Eigentlich dauert es bei mir was länger bis es mir wieder bis zum Hals steht, allerdings bin ich ja schon drei Monate dabei. Ausserdem gibt es hier einen alten Freund, den ich nie mehr wieder sehen wollte: Die Stechuhr!
Da ich jetzt unter Vertrag arbeite bin ich an die Bürozeiten gebunden und versuche mich zwischen 7 und 15 Uhr sinnvoll zu beschäftigen. In einem halben Jahr dürfte ich also alles über Linux wissen was es so zu wissen gibt. In einem Jahr dürfte ich eine ganze Reihe von Homepages neuprogrammiert und designed haben.
Um dem System auch gleich zu zeigen wo hier der Hammer hängt, sah mein erster Stempel auf meiner Karte heute morgen ziemlich genau so aus...
7:04
...to be continued
OK, ok ...
Dienstag, 13. Oktober 2009... es ist wieder eine verdammte Ewigkeit her das ich was geschrieben habe. Es gab noch keine Beschwerden aber ich kann mir vorstellen, wie der eine oder andere schon grummelt, dass man so rein gar nichts von mir hört.
Hier ist also mal ein Rundumschlag.
Die Arbeit macht mich völlig fertig! Es gibt fast nichts zu tun, was es zu erledigen gibt, dauert ewig und ich muss mich dieser Geschwindigkeit anpassen. Gelingt mir zwar soweit aber es schlaucht doch ein wenig. Zumal ich tatsächlich nur im Büro hocke und jeden Tag hoffe, das mal was interessantes passiert.
Der Papierkram für meine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung dauert noch immer an. Wir sind zwar fast soweit, allerdings fehlen noch immer ein paar kleinigkeiten. Sitze hier schon drei Monate ohne Bezahlung und gehe den Jungs so langsam aufs Dach.
Um etwas abwechslung ins Arbeitsleben zu bekommen werde ich vielleicht wieder mit dem Schaltschrankbau anfangen. Das schöne hier ist, mit meiner Arbeitsgenehmigung kann ich mich auch legal Selbstständig machen! Würde also im Büro sitzen, die "Projekte" planen und dann dafür sorgen, dass ich die Aufträge bekomme. Nett oder? Sie haben es aber auch bitter nötig, wenn man vergleicht, wie hier Schaltschränke gebaut werden und wie ich es gelernt habe.
Bei so vielen Menschen, die hier einen Volkswagen haben wollen, kann ihnen Qualität so egal nicht sein!
OK, weg von der Arbeit, ab nach Hause. Das Haus steht noch, ich habe nun sogar Photos gemacht und wann immer ich mich an den Rechner setzen will und sie verkleinern und hochladen will, kommt mir etwas dazwischen. In Deutschland hatte ich mich schon beschäftigt und ausgelastet gefühlt, hier ist es im Moment noch schlimmer. Arbeit, Hund, Computer, Linux, Photos, ... ach ja, Marisol auch noch ![]()
Das ich eigentlich wieder irgendwas sportliches machen sollte, will ich gar nicht erwähnen. Wenigstens fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Mir bleibt aber auch nichts anderes übrig, das motorrad steht im Hinterhof und streckt den Arsch in die Höhe. Das Federbein ist seit zwei Monaten in Buenos Aires zur Reparatur. Vielleicht schnitze ich mir auch einfach ein neues aus Holz.
Das war mal eben ein kurzer abriss. Wollte eigentlich das lange Wochenende (gestern war feiertag) dazu genutzt haben ne ganze Menge zu erledigen und Bilder hochzuladen und so weiter. Da es mir aber etwas dreckig ging, habe ich es auf ganze zwei e-mails gebracht. Der Rest ging unter. Ich hole aber wieder auf, versprochen.
Bis die Tage!
Bin fast da!
Montag, 21. September 2009Nach lächerlichen zweieinhalb Monaten Arbeit ohne Bezahlung bin ich fast fertig mit dem Papierkram.
Meinen eigenen Papierkram hatte ich ja schon komplett zusammen, im Endspurt fehlte mir dann doch noch eine Übersetzung. In der Zwischenzeit mussten wir noch auf ein paar gestempelte Blätter Papier aus Buenos Aires warten, die Dokumentation der Firma. Nachdem der Firmenanwalt sagte, er hätte alles erledigt, fiel zwei Wochen später auch schon auf, das er nichts getan hatte. So wurde es endgültig in Angriff genommen und dauerte auch nur die angekündigten 40 Tage.
Da sind wir nun. Mein Vorvertrag wurde gerade eben unterschrieben. Morgen geht es zur Migrationsbehörde. Die Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Die Tatsache, das mein Touristenvisum durch das ganze Chaos abgelaufen ist, könnte morgen noch mal witzig werden. Ich werde mich da aber noch durchbeissen.
Danach muss ich nur noch mit zwei Zeugen meine Anschrift hier in Argentinien bestätigen lassen, danach noch zur Sozialversicherung, die Nummer beantragen, mit der Nummer kann ich dann zur Steuerbehörde rennen und meine Steuernummer abholen...
Klingt irgendwie ganz einfach wenn ich das jetzt so schreibe. Fühle mich allerdings wieder wie Asterix auf Dokumentenjagd, bin auch kurz vor dem Wechsel zur Obelixtaktik... wir werden sehen wie es läuft.
Gefährliche Stille
Donnerstag, 10. September 2009Komme ich gerade ins Büro und alles ist ruhig. Manchmal ist es so, denke ich und mache den Rechner an und warte. Mit einem mal sagt Horacio, ein Kollege, "Sebastian, wir haben nichts gegen Dich, auch nicht gegen Deutschland!"
Und plötzlich fiel der Groschen. Heute ist vorgezogener Volkstrauertag! Argentinien ist nach all den verlorenen Spielen gegen Bolivien, Brasilian und Paraguay (gestern!) auf Platz 5 in der Südamerikanischen Gruppe für die WM-Qualifikation. Die ersten vier sind dabei. Für den fünften gibt es noch ein Entscheidungsspiel.
So wie es aussieht, verabschiedet man sich hier so langsam vom WM-Gedanken. Allerdings sollte man sich lieber von Diego M. trennen. Der Herr Nationaltrainer bekommt sein Team nicht so recht zum zusammenspiel.
Fänd ich wirklich schade wenn sie nicht dabei wären. Würde hier zu gerne mit ihnen mitfiebern...
... um mich im Finale mit der Deutschlandfahne in der Hand gegen sie zu stellen ![]()
Neuzugang
Montag, 7. September 2009Nun sind wir um einen Hund reicher als noch Gestern...
OK, ist der einzige Hund aber immerhin einer mehr. Um genau zu sein... eine mehr. Sabina (Nichts zu tun mit dem deutschen Sabine) ist gestern Abend von Mari's Bekannten zu uns umgezogen, hat schon den Fliesenboden mehrfach eingeweiht und sitzt ihre Bewährungszeit bei den Katzen ab. Die Katzen sind bisher nicht zu begeistert und beäugen sie eher Misstrauisch..... aber das wird schon noch.
Für den nächsten Abstatz bitte ich diejenigen um Nachsicht, die sich mit Hunden auskennen und auch die deutschen Tierschutzrechte kennen. Hier in Argentinien ist wie immer alles ein wenig anders. Ich hatte nicht mal daran gedacht und stand gestern mit Hund unterm Arm in der Wohnung und ging die Zahlen durch...
Gerade einmal sechseinhalb Wochen alt ist sie nun zu uns gekommen. Zugegeben, ist etwas früh. Da sie auch nicht eine Impfung bekommen hat, stehen wir heute so oder so noch beim Tierarzt auf der Matte und lassen sie gründlich untersuchen. Ich habe trotz allem ein gutes Gefühl mit der Sache! Sie lag heute morgen schon schlafend auf meinen Füssen, lässt sich also auch vom schlimmsten nicht abschrecken.
Hier nun die ersten Schnappschüsse meines 3,5kg Border-Collie Wollknäuels
Immer mit der Ruhe
Mittwoch, 2. September 2009In den letzten Zügen liege ich mit meinem Kleinkrieg mit der hiesigen Einwanderungsbehörde. Zum einen brauche ich etliche Papiere um die "Residencia" zu beantragen. Ausserdem muss die Firma, die mich anstellt, in der Einwanderungsbehörde registriert sein.
Nun ist es mit den Behörden überall das gleiche. Irgendwann will man ihnen allen in den Arsch treten. Da gibt es kaum Unterschiede zwischen Deutschen und Argentiniern. In meiner Behörde verfolgen sie die "Wir sagen es ihm einfach später und sehen mal was passiert"-Taktik.
So kommt bei jedem Besuch in dem, vom Staat angemieteten Wohnhaus, in dem die Behörde ihr Büro hat, zu neuen Überraschungen. Jedes mal eine neue Information, ein neues Detail. Nun habe ich eigentlich schon alles zusammen, wollte aber doch noch mal hin um sicherzugehen...
Wie es aber so ist, wer viel fragt, bekommt viel Antwort! Nun hat sich herausgestellt, das die beiden in Deutschland teuer übersetzten Bescheinigungen nicht ihren Wünschen entsprechen.
Die internationale Geburtsurkunde ist auch hier international, so begnügen sie sich nun doch mit dem spanischen Index auf der Rückseite. Die Übersetzung ist also doch "al pedo", wie man hier so sagt.
Das Führungszeugniss der lieben Polizei in D-Land musste natürlich übersetz werden, hab ich auch schon getan. Nun kamen sie mit der neuen Info, das es durch einen argentinischen, beglaubigten Übersetzer gemacht werden muss. Ich habe mir schon die eine oder andere Rache ausgedacht. Ich werde es ihnen noch heimzahlen.
Die Krönung war aber eigentlich die Aussage, das die Registrierung des Arbeitgebers nur Formalität ist. Irgendwer offizielles der Firma muss nur die Eintragung vornehmen. Das wollten sie auch, haben sie sogar recht schnell gemacht. Nur mit dem Ergebniss, das man im Moment auf eine "Dokumentation" der Firma aus Buenos Aires wartet. Das dauert nur etwa 40 Tage. Dann können sie sich auch schon registrieren!
Beim schreiben schwanke ich wieder zwischen Wutanfall und völliger Apathie. Deutsche oder Argentinische Reaktion. Ich bin eigentlich schon ziemlich ruhig mit all dem aber manchmal raufe ich mir doch die Haare.
Aber wir werden sehen, vielleicht nicht Morgen, ganz bestimmt nicht nächste Woche aber es wird schon... irgendwann... man muss eben was geduldiger sein...
Unter Germanen
Mittwoch, 2. September 2009So, es ist jetzt drei Tage her und ich denke ich kann darürber schreiben. Vorher war es einfach noch zu nahe. Ich habe ersten Kontakt zum "Kulturverein" der Deutschen hier aufgenommen. Also eigentlich der Nachfahren deutscher Einwanderer. Er nennt sich hier "Germanos de la Comarca.
Den einen oder anderen Kontakt hatte ich vorher schon, wurde immer wieder dazu eingeladen doch mal zu einem der Treffen zu kommen. Bisher hatte ich mich allerdings immer davor gedrückt... aus gutem Grund.
Es war also so weit. Auf der Arbeit rannte ich einem Mitglied der Gruppe über den weg, denn Deutsche findet man hier wirklich überall. Er lud mich für den kommenden Sonntag ein, zum "Tee und Kuchen Treff". Ich hatte davon schon einmal gehört und schreckte vor der Idee von Tee, Kuchen und Tanz zurück... es klang alles zu sehr nach Sonntags bei Oma!
Nun kam Sonntag. Noch völlig geschafft vom Asado am Mittag, machte ich mich mit Marisol auf zu der Sporthalle wo das Kaffeekränzchen statt fand. In der Strasse geparkt, sah man auch schon Hinweise auf die Veranstaltung, der Wagen der Firma "Schmidt" war der erste, ein älterer Herr mit Hut und schwarz rot goldener Verzierung der nächste Hinweis.
Also gut, rein da. Etwa 40 Tischreihen mit je 40 Stühlen... fast komplett besetzt! Dazu noch ne Bühne mit der sich vorbereitenden Band drauf. Kaum in der Halle, wurden wir abgefangen, an einen Tisch gesetzt und mit Tee und Kuchen versorgt. Kuchen nach traditionellen Rezepten. Zwischen Apfelstrudel und Marmorkuchen alles zu haben. Die Welt ist nicht nur verrückt nach deutschem Bier und Brot, es sind unsere Kuchen die sie alle wollen!
So einige nette Begegnungen hatten wir dort in der Halle. Daran hat es nicht gefehlt. Und doch kam ich mir ziemlich verloren vor. Es war wie in einem Deutschland-Fanclub. Zwar hat sich meine Einstellung zu meinem "Vaterland" in meiner Zeit hier in Argentinien reichlich geändert aber es war etwas heftig!
Es ist zwar so, dass ich nun tatsächlich dazu stehen kann ein Deutscher zu sein und kann auch sagen das sich ein gewisser Nationalstolz bei mir gebildet hat. Dennoch muss ich zugeben das ich nun beim schreiben doch noch Haare auf den Zähnen bekomme. Auch wenn ich nie einer dieser "Antideutschen" unter den Autonomen war und sie immer für ne pubertäre Übertreibung des Antifaschismus in Deutschland gehalten habe, bin ich doch nie besonders stolz auf mein Land gewesen. Mich in schwarz rot gold zu schmücken wäre mir nie in den Sinn gekommen und tut es auch jetzt noch nicht.
Bevor es hier jetzt ausartet mit Grundlagn über Nationalstolz und mein blog noch in den falschen links auftaucht... Es ist einfach ein merkwürdiges gefühl auf Deutsche Kulturgemeinschaften im Ausland zu stossen.
Um das mal zu erklären, es ist gewöhnlich niemand dabei der tatsächlich aus Deutschland kommt. Sie stammen von Deutschen Auswanderern ab, die irgendwann vor, während oder nach dem zweiten Weltkrieg hierher kamen. Worauf man wohl am meisten stösst, sind die sogenannten Wolgadeutschen (oder deren Nachfahren). Da die meisten der Vorfahren Deutschland das letzte mal zwischen 18xx und 1938 gesehen haben, ist es auch eine Mischung dieser Epoche, die die Deutsche Kultur hier färbt. Nun schreit hier keiner mehr nach Kaiser oder Führer, es ist zum Glück gänzlich unpolitisch. Allerdings macht sich der kulturelle Unterschied zwischen ihnen (Hüter der Kultur des frühen 20. Jahrhunderts) und mir ("Pottkind" zwischen Thyssen Stahl und Hausbesetzerszene) doch ganz ordentlich bemerkbar.
Es ist einfach so, dass sie sehr bemüht sind, die Kultur die sie kennen aufrecht zu erhalten und zu pflegen. Keiner behauptet, dass sie noch zur heutigen Kultur in Deutschland passt. Ich hatte es auch nicht erwartet. Dennoch war ich nicht zu beglückt mit Musik und Tanz. Überwiegend Polka!!! Sie haben diesen Tanzworkshop, so trat eine Gruppe auf und bot "Volkstümliche" Tänze. Das Einstudierte haben sie richtig gut hinbekommen, gefallen hat es mir nun nicht aber technisch wunderbar! Alles in allem sah es schwer nach Schwarzwald ohne Kuckucksuhren aus. Irgendwie mussten sie sich auf einen Stil einigen und ich bin schon verdammt glücklich nicht eine Lederhose gesehen zu haben.
Wer mich kennt, dürfte sich vorstellen können wie verloren ich mich fühlte. Unglaubliche Situation! Nun war man allerdings so nett zu mir und bot mir auch alle mögliche Hilfe an, dass ich gerne Kontakt behalten würde. Eines habe ich mir aber geschworen, nie wieder werde ich bei Tee-, Kuchen- oder Tanzveranstaltungen auftauchen.
¡Ni en pedo! ... Nicht mal besoffen!
Wer jetzt darüber flucht, dass ich wieder keine Bilder gemacht habe... ich wollte nicht und ich konnte nicht!!! Um euch aber einen Einblick geben zu können verlinke ich mal die Seite der "Germanos de la Comarca". Die Bilder sind vom Jährlichen Fest der Einwanderer. Ist wohl eine Parade inbegriffen, ich war noch nicht dabei. Ganz unten gibt es links zu anderen Fotoseiten.
Nichts neues im Westen
Dienstag, 25. August 2009Ich wollte gestern "mal eben" was über meine Arbeit schreiben um euch zu erzählen wie es so läuft...
Irgendwie ist das dann zu einem Roman ausgeartet und ich schreibe noch immer daran. Es ist nicht unbedingt ein Roman weil hier so viel passiert, es ist vielmehr die Geschichte vom Nichts. Gerade im Moment sitze ich wieder hier, komme nicht vorwärts und widme mich wieder dem schreiben.
Wenn es hier so weitergeht habe ich wenigstens bezahlte Stunden zum Schreiben meines Blogs. Hätte was!
Ansonsten kann ich nicht viel neues Berichten. Seit dem letzten Eintrag hat sich nicht unbedingt viel getan. Die Hütte steht noch, wir warten noch immer auf den Hund und ich kämpfe noch mit meinem Linux.
Wieder da!
Samstag, 15. August 2009Tach!
Hab es nun nach einigem hin und her wieder alles zusammen. Nu mache ich aber echt nur ne Kurzmeldung hier, hab schliesslich noch n bischen was zu tun...
- Arbeit läuft gut, hab auch schon fast meine Aufenthaltsgenehmigung und den Arbeitsvertrag. (Das kann hier alles ein wenig dauern)
- Die Hütte steht, gut stand auch schon vorher aber nu stehen auch unsere Sachen drin.
- Mein neuer Rechner steht neben mir und brummt.
- Internet wurde heute nach 24 Tagen freigeschaltet.
- Die openSUSE DVD ist fast komplett heruntergeladen, schmeiss dann dies lästige Windows wieder runter!
Ach ja... den Katzen geht es auch noch gut, könnte sich ändern, da wir >>vielleicht<< bald nen Hund bekommen!
Also denn, ich bin wieder da - bis die Tage




