Vorläufig angekommen
Freitag, 25. Juli 2008Es ist zwar schon soweit bekannt aber ich habe es nie richtig "zu Papier" gebracht, nun also Futter für den neuen Blog...
Die Geschichte wie aus einem Motorradreisenden plötzlich ein Einheimischer wird. Was bringt einen dazu die Pläne (die es nie wirklich gab) über den Haufen zu werfen und sich doch erst einmal niederzulassen.
Es war einmal ein zielloser Motorradreisender, der nach einem halben Jahr in Argentinien und Chile wieder an seinen Ausgangspunkt in Buenos Aires zurückkehrte. Dieser verwirrte Kerl wollte sich nur für zwei bis drei Wochen in der Stadt aufhalten um die nötigsten Dinge zu regeln, vielleicht etwas intensiver spanisch zu lernen und wieder weiter zu ziehen.
Das es (mal abgesehen von dem Zeitrahmen) möglich ist, beweist die Geschichte der tapferen Mitreisenden Carola. Sie schaffte es tatsächlich nach unsäglichen zwei Monaten, den Klauen dieser Grosstadt zu entkommen. Wie hinlänglich bekannt, ich bin anders! So brachte ich es auf ganze drei Monate (und ein wenig mehr) und brach, abgesehen von der einen oder anderen eher speziellen Person, den Aufenthaltsrekord in Dakar Motos.
Natürlich fiel sogar mir nach dieser langen Zeit die decke auf den Kopf und ich musste endlich wieder raus, ab auf die Strasse und weiter im Text. Dank meinem Organisationstalent, welches sich in ständiger Entwicklung in Richtung "argentinisch" befindet, fehlten mir noch ein paar Kleinigkeiten die mich an einer endgültigen Abreise hinderten. Nichtsdestotrotz musste ich raus! Also beschloss ich einer Einladung von Marisol zu folgen. "Warum kommst Du nicht einfach über das Wochenende hier in Viedma vorbei?", gut, sind zwar runde 1000km und ich war da schon aber ich bin doch ein Traveller!!
Gesagt, getan - nach unserer zweiten Begegnung bei der Geburtstagsfeier in "La Posta" und einem weiteren Treffen in Buenos Aires, freute ich mich schon auf ein Widersehen. Die Tatsache, daß ich erst um ca. 11 Uhr in Buenos Aires losgekommen bin, beunruhigte mich zuert nicht weiter... fahre ich halt was länger. Weitere Begleiterscheinung wie Strassensperren durch protestierende LKW-Fahrer, Benzinmangel an fast allen Tankstellen und einer Unwetterwarnung für die letzten 300km konnten mich zwar ein wenig ins grübeln bringen aber doch nicht abbrechen lassen.
So gegen 2 Uhr Nachts in Viedma eingeschlagen, wurde ich herzlichst von Marisol und zwei ihrer Freunde begrüsst. Wegen der Verspätung und anderen Begleiterscheinungen der langen Fahrt, ging die Frage nach der Unterkunft völlig unter. Campingplatz ist zu spät, Hotel mag ich nicht, inder Wohnung?? Vielleicht auf der Isomatte im Wohnzimmer. Diese Frage haben wir im weiteren Verlauf dann auch noch geschickt gelöst.
... aber das ist eine andere Geschichte!




