Sierra de la Ventana
Sonntag, 19. Oktober 2008Der Weg nach Hause sollte mich eigentlich an der Küste entlang führen. Ich wollte unbedingt von der gewohnten Ruta 3 abkommen. Ich kann sie nicht mehr sehen! Es kam natürlich wieder anders als geplant.
Da hier ein langes Wochenende anstand, gab es auch in Buenos Aires Pläne aus der Stadt zu fliehen. Javier wollte mit "den Verrückten" in die Sierra fahren. Sierra de la Ventana ist sowas wie das nächstgelegene Naherholungsgebiet für die großstadtgepeinigten Portenos. Javiers Freunde machten sich bereits einen Tag früher auf den Weg und wollten in einem Schuß die etwa 600 km in die Sierra hinter sich bringen. Javier wollte, zusammen mit Fabrizio, einen Tag später los und über La Posta in Azul und ein paar Feldwege in zwei Tagen anreisen.
Den anderen gegenüber, deutete ich schon an, vielleicht vorbei zu schauen. So entschied ich mich dazu, mich Javier und Fabrizio anzuschließen. Nun klappte die Abreise am geplanten Tag nun auch wieder nicht, ein weiterer Tag Verzögerung. Selbst dann brauchten wir noch bis 12 Uhr um loszukommen. Wenn etwas schiefgeht, dann richtig. Getreu diesem Motto kamen wir auch noch in einen ordentlichen Sturm mit Regen und einem Temperatursturz von 35° auf 15°!
Auch das brachte uns nicht davon ab als Überraschungsbesuch beim Samstagsasado in La Posta aufzutauchen. Den Weg in die Sierra de la Ventana haben wir wegen dem Wetter auch auf die Teerstrasse verlegt und kamen auch sonntags wieder perfekt zum Asado bei den anderen an. Die gemietete Hütte war mit fünf Leuten nun schon überfüllt, so brauchten Javier, Fabrizio und ich noch eine Alternative. Die fanden wir in einem kleinen Hotel in Saldungaray, einem kleinen verschlafenen Ort hinter der Stadt Sierra de la Ventana. Nach einem lustigen Tag und einem noch viel besserem Abend mit den anderen stiegen wir dort auch ab.
Am letzten Tag dieses langen Wochenendes ging es für die Portenos wieder nach Norden, während ich mich mit meinem völlig überladenem Motorrad über die Schotterpisten nach Süden aufmachte. Die erste Piste war eine Empfehlung von Javier und führt aus der Sierra hinaus, gleich nach Süden. Unweit von Bahia Blanca, bei Dique - Paso de las Piedras endet die Piste wieder auf der Ruta 51. Ich hatte noch keine Lust auf eine Teerstraße und machte ich mich gleich auf der anderen Seite der Straße wieder über die Feldwege her und näherte mich Bahia Blanca noch ein wenig über Schotter und Staub.
Nach Bahia Blanca gibt es fast nur noch die Möglichkeit über Asphalt voranzukommen. Ein paar Feldwege wollte ich ursprünglich ausprobieren. Ich entschied mich aber wieder wegen dem Wetter dagegen. Ich hatte nur noch Gelegenheit, auf einem Feldweg, direkt neben der Hauptstraße, mein Motorrad dermaßen hoffnungslos im Sand zu verbuddeln, daß ich über eine halbe Stunde brauchte um wieder mit Motorrad und Gepäck auf der Straße zu stehen. Photos habe ich launenbedingt wieder nicht gemacht.
Abgesehen von der Idee, mit einer völlig überladenen Africa Twin und einem hoffnungslos abgefahrenen "Enduro 3" eine schöne weiche Sanddüne zu erklimmen, war die Tour ein absoluter Erfolg!
...etwas gibt es da aber noch, im nächsten Bericht.




