Ausreise - Einreise
Sonntag, 19. Oktober 2008Nicht nur um meinen Hintern mal wieder auf dem Motorrad zu haben, sondern vielmehr um mein Motorrad legal im Land zu haben ging es mal wieder auf einen Trip ins Ausland, das erste mal nach Uruguay. Zuerst aber nach Buenos Aires, Dakar Motos, um meine Maschine nun endgültig lauffähig zu bekommen. In argentinischem Tempo von etwa eineinhalb Wochen schaffte ich es dann auch wieder aus der Stadt zu verschwinden. Auf direktem Weg nach Norden. Ich machte ich mich auf nach Entre Rios und Gualeguaychu.
Der erste Tag wieder auf dem Motorrad... natürlich gab es schon außerhalb von Buenos Aires das erste "Problem". Vorderer Zylinder fällt aus... diese verdammten Benzinschläuche, anders verlegt, schon abgeknickt. Schnell gelöst und auch schon wieder weiter nach Gualeguaychu. Nur ein kurzer Tag. Natürlich ist der Grenzübergang wegen den Protesten gegen die uruguaische Papierfabrik blockiert und ich muß mich zum nächsten Grenzübergang nach Colon aufmachen.
Da ich mich nicht die ganze Zeit (auch noch mit abgelaufenem Touristenvisum) auf der Ruta 14 aufhalten wollte, wechselte ich an der ersten Mautstelle auf die Feldwege und kam so in einem großen Bogen an Colon heran. Kurz vor der Stadt blieb ich an einem kleinen Strand am Rio Uruguay hängen, ließ das Motorrad Motorrad sein und vertiefte mich etwas zu lange in mein Buch. Erster Sonnenbrand dieser Saison! Wir haben nämlich Frühsommer.
Irgendwann dann bin ich doch über die Brücke nach Uruguay gekommen Es wurde mir angedeutet, daß ich doch wegen dem abgelaufenen Visum bezahlen sollte... Weiß ich doch alles! Daß mich der Vorgesetzte des Grenzbeamten in einen Umkleideraum zerrte und auf der Stelle die doppelte Summe verlangte, hatte ich allerdings so nicht vorhergesehen. Daß er ohne weiteres die Hälfte akzeptierte und sie auch sofort haben wollte ist nun ein Hinweis genug, an wen das Geld schließlich geht.
Herzlichst in Uruguay aufgenommen. Ich machte ich mich bei anbrechender Dunkelheit auf die Suche nach einem Hotel. Alles voll hier! Warum ist Paysandu so gefragt und überrannt? Der erste Hotelbesitzer machte es mir aber einfach und telefonierte prompt überall herum, fand etwas und erklärte mir den Weg. Paysandu war nur ein kurzer Zwischenhalt auf dem Weg zurück nach Argentinien. Da ich im Moment nicht die Zeit für das ganze Land habe, muß ich es doch auf das nächste Mal verschieben. Wegen einem Anflug von ganz oder gar nicht, machte ich mich nach einer Nacht schon wieder aus dem Staub. Der Weg nach Norden, zum nächsten Grenzübergang bei Salto machte mir auf jeden Fall Lust auf einen vernünftigen Besuch in Uruguay.
Die Einreise nach Argentinien war dominiert von unglaublich freundlichen uruguayischen Grenzbeamten, die auch sofort Aufkleber für das Motorrad übrig hatten, und unglaublich mißtrauischen Argentiniern. Reichlich argentinische Stempel im Paß und Wiedereinreise nach einem Tag. Man fordert sein Schicksal doch immer wieder heraus. Nach einigen Fragen über das wohin und warum, wurde ich dann auch wieder hereingelassen.
Der Rückweg nach Süden brachte mich zuerst nach Concordia und gab mir die Möglichkeit endlich ein altes Versprechen einzulösen. Josef aus Österreich gab mir bereits im April ein Photobuch über Tirol mit einer Widmung für eine Motorradwerkstatt in der Stadt. Auf meinem Weg nach Norden soll ich es doch bitte vorbeibringen. Naja, ein halbes Jahr später schaffte ich das nun endlich und hatte eine lustige Stunde in der Werkstatt und eine Einladung mehr, wenn ich denn wieder vorbeikäme.
Mit einer Übernachtung in Colon machte ich mich, nach Einholung des Segens durch "Gauchito Gil", bis Zarate über den Campo der Gegend her und erkundete die alten Rutas und Feldwege abseits der Hauptstraße. Die Sache mit dem Gelände, Staub, Matsch und Sand geht noch immer ganz gut!
Gauchito Gil ist einer der Volksheiligen, auf dessen Schreine man in fast ganz Argentinien stößt. LKW- und Autofahrer Hupen wenn sie an einem der kleinen roten Häuschen mit den roten Fahnen vorbeikommen. Auch die verschiedensten Gegenstände, Fahnen und Schilder werden zurückgelassen. Alles in allem erinnern sie fast an Grabbeigaben. Die Schreine nehmen recht beeindruckende Ausmaße an, wie der hier vor dem Orteingang von Colon in Entre Rios




