Ein Jahr
Montag, 15. September 2008
Da ich in Kürze meinen Jahrestag der Heimatflucht erreiche, wollte ich doch gerade mal davon schreiben was man von sich selber, den anderen und der Gesamtsituation im großen und ganzen hält.
Mit der Gesamtsituation unzufrieden zu sein, kann ich nun wirklich nicht behaupten! Gut, die Sache mit dem Vorankommen ist natürlich nicht ganz so wie vorgestellt, muß man aber auch nicht haben. Das Leben lebt sich von Tag zu Tag neu, wer mehr Pläne macht als bis zum nächsten Sonntag ist nur mehr im Stress!!
Das kann natürlich nicht ewig so weitergehen, irgendwann steht auch wieder Arbeit an. Spätestens dann gibt es wieder Pläne und Stress. Ist man unterwegs auf der Straße, kann man Arbeit nun wirklich nicht gebrauchen. Hält man allerdings an und begibt sich wieder in den "Residencial-Mode", so kommt man irgendwann an einen Punkt wo man wieder was machen muß!
Ewig auf der faulen Haut liegen kann keiner, selbst wenn das Geld ewig reicht. So mache ich mir natürlich auch meine Gedanken, was denn nun in Zukunft geschehen wird. Im Moment sieht es fast so aus als hätte ich eine Möglichkeit gefunden. Es ist allerdings mehr als unklar, ob das was wird. Lasse euch also noch etwas zappeln... wir werden sehen.
Also, ein Jahr unterwegs. Oder wenigstens weg von der Stadt, dem Land in dem man geboren wurde. Was gibt einem das? Ist man beschäftigt oder sitzt auf seinem Motorrad fällt es einem kaum auf. Man ist eben beschäftigt und stellt immer wieder aufs neue fest, daß man sich woanders aufhält als die Familie oder alte Freunde. Gerät man allerdings in Probleme oder man hat einfach nur eine Menge Leerlauf, so kommt das Gehirn ins Arbeiten.
Natürlich fängt man an die Familie zu vermissen, den bereits verstorbenen Hund und seine Freunde. Was man gerne gemacht hat und wenn es nur das "Herumhängen" im Park war. Alles mögliche erinnert einen an "die gute alte Zeit". Wenn man dann wieder aufwacht, macht man sich klar, daß man genau das wollte. Hat man auch noch die Freiheit jederzeit zurückzukehren, wird man diese Gefühle ganz schnell los und man kann sein Leben wieder voll geniessen! Wenn man auch noch "Neuigkeiten" von "zu Hause" bekommt, in denen es heißt, es habe sich nichts, aber auch gar nichts verändert, fängt man an über die Rückkehr nachzudenken.
Gewöhnlich verändert man sich ganz enorm, wenn man einmal zu einer großen Reise aufbricht, das gewohnte Leben hört auf und man begegnet täglich neuen, unbekannten Situationen und Menschen. Da fällt einem der Gedanke nach Hause zurückzukehren wiederum wesentlich schwerer. Alles ist so geblieben wie es immer war, passe ich da noch rein???
Wie dem auch sei, ich freue mich altbekannte Gesichter wieder zu sehen und bin sicher, sie hier in Patagonien zu treffen oder eines Tages auf "Heimaturlaub". Zur Feier des Tages (ich bin etwas zu früh dran, Jahrestag ist erst der 20.September) veröffentliche ich hier mal ein paar Bilder meiner Abreise im guten alten Mülheim!




