Viedma
Sonntag, 7. September 2008So... da schreibe ich nun endlich mal etwas über die Stadt in der ich jetzt lebe.
Hauptstadt der argentinischen Provinz Rio Negro ist sie. Es gibt also reichlich Verwaltungsbetrieb hier, so ziemlich jeder arbeitet für die "provincia" oder die "municipalidad" (Gemeinde), alles andere findet überwiegend woanders statt. Industrie gibt es so gut wie gar nicht aber im Umkreis gibt es reichlich Landwirtschaft.
Viedma bildet zusammen mit Carmen de Patagones auf der anderen Seite des Flusses Rio Negro eine Doppelstadt. Wobei auf der anderen Seite des Flusses schon die Provinz Buenos Aires beginnt (nicht die Stadt!). Viedma alleine kommt auf ca. 70000 Einwohner und wurde 1779 durch Francisco de Viedma gegründet. Zuerst als Festung, die später nach Carmen de Patagones umzog, später wurde es zur landwirtschaftlichen Kolonie und Gefängnisstandort. Auf der anderen Flusseite, im hügeligen Patagones, sieht man reichlich alte Gebäude, die auch unter Denkmalschutz stehen und somit einen wunderbaren Anblick bieten. Im Gegensatz dazu wirken die Gebäude in Viedma moderner und weniger geschichtslastig.
Im weiteren Verlauf der Geschichte brachte es Viedma sogar fast zur Hauptstadt ganz Argentiniens. Der Plan die Hauptstadt hierher zu verlegen scheiterte jedoch an der Wirtschaftskrise Ende der 80er Jahre und am darauf folgenden Machtwechsel in der Regierung. Diese Krise hat übrigens nichts zu tun mit der sogenannten "Argentinien-Krise" zum Jahrtausendwechsel.
Damit habe ich jetzt genug geschrieben, was auch schon im Wikipediaeintrag zu Viedma erwähnt ist!
Was ich sonst noch so zu Viedma zu bieten habe sind Bilder... hoffe der erste Eindruck gefällt.
Recht beeindruckend in Viedma ist die Alte Eisenbahnbrücke, mehr Eindrücke von dort kommen später
Ausblick auf Carmen de Patagones mit der Kirche "Nuestra Señora del Carmen" und der Blick von drüben.
Gerade mal 30 km südlich trift man auch schon auf den Südatlantik. Im Winter lässt es sich zwar nicht unbedingt angenehm schwimmen aber die Stimmung ist sagenhaft.
Ausblick über den Strand im Badeort Balneario el condor und ein paar Photoversuche am Wasser.
Neben Wasser, Steinen und Wind gibt es hier noch zwei weitere Besonderheiten. Die größte Kolonie von Felsensittichen (es sind tatsächlich Papageien!), die übrigens von einer deutschen Wissenschaftlerin erforscht wurde, es gibt es auch eine eigene Internetseite zu den "Burrowing Parrots in El Condor". Ein paar Kilometer weiter entlang der Küste gibt es auch noch eine der grösseren Seehundkolonien "Punta Lobos".




