Noch mal unterwegs
Samstag, 6. März 2010Hatte in letzter Zeit wieder einiges um die Ohren, daher habe ich meine bloggenden Finger selbst dann still gehalten, als mir danach war was zu schreiben. In Sachen Jugendmedienstaatsvertrag, ACTA und staatlicher Zensierung hätte ich reichlich Gift spucken können. Ebenso was unsere käufliche und doch unfähige Politikerkaste angeht...
Aber gut, wie gesagt, ich hatte reichlich um die Ohren, da war all das eher Nebensächlich. Morgen mache ich mich noch mal auf um Argentinien ein wenig unsicher zu machen und ein paar Leute zu besuchen.
Hier und da werde ich eventuell von mir hören lassen. Allerdings werden, dank Mangel an tauglichen Computern, vorerst keine neuen Bilder kommen. Ich werde sie garantiert schiessen, und irgendwann auch noch mal hochladen...
Bis dahin, machts gut, ich versuch es auch.
Sebastian wieder auf Chupacabra a.k.a. Shadowfax
Exporttour 2010
Sonntag, 7. Februar 2010Hi auch!
Bin wieder da. Ok, ich bin schon über zwei Wochen wieder da aber das ist ja kaum erwähnenswert.
Habe meine 8-Monatliche Motorradexportrunde hinter mir. Auch bekannt als "Die beste Ausrede mal ne kurze Motorradtour zu machen".
Was kann ich gross schreiben, ich bin nicht in der Laune einen Reisebericht zu verfassen, einer der Momente in denen ich so glücklich bin, niemandem versprochen zu haben ein Buch zu schreiben, bin ich einmal in Laune hält mich ja nichts mehr auf aber ich muss hier ohne Absinth und irgendwelche Pilze in Kreativstimmung kommen, das ist nicht immer einfach.
Gut, schreibe ich einfach in kürze was ich angestellt habe. Ich fuhr los....
... und begab mich auf die altbekannte Strecke zur nächsten Stadt. Ruta 3, zwei Kreisverkehre und vier Kurven auf 180km. Das macht Spass! Danach ging es auch wieder auf bekannte Pfade, auf der sogenannten "Linea Sur", also "Südlinie" quer durch die Provinz Rio Negro. Man nennt es hier auch Wüste. Kommt man bei dem Namen Wüste von dem üblichen Sandbild ab, kann das auch Stimmen. Es ist halt Patagonische Steppe, die nach Westen hin immer hügeliger wird, bis man in der Nähe von Bariloche auch von Andenausläufern sprechen kann. Bis man allerdings dort ankommt ist es recht langweilig und langwierig. Die ersten 400km bis "Los Menucos" ist es richtig öde, da haben sie nämlich schon geteert. Von dort aus geht es auf Schotter weiter und wird entsprechend lustiger.
Bei meinem letzten Trip bin ich auf dieser Strecke bis Bariloche gefahren und auch von dort zurückgekommen. Diesmal überkam mich beim Tanken in "Ingeniero Jacobacci", wo auch die Dakar-Rallye 2009 durchkam, die Idee der Alternativroute. So bog ich Südlich ab und machte mich über eine weitere, wesentlich schönere (und spassigere) Schotterpiste, auf nach El Maiten und El Bolson.
In Bolson, noch immer in der Touristensaison, wollte ich ein wenig Spass tanken und blieb gleich zwei Nächte. Nun waren die Menschen dort nicht unbedingt auf denselben Spass aus wie ich. Es wollte nicht passen. Alle Reisenden die ich traf, ob Motorradfahrer oder Backpacker, waren einfach nur verschlossen und alles andere als Kontaktfreudig. Die Saison 09/10 scheint andere Menschen angezogen zu haben als ich es gewohnt war. Aber gut, es bleibt ja noch mein Motorrad...
Am nächsten Tag weiter nach Süden. In Richtung Chilenischer Grenze lag noch der Nationalpark Los Alerces vor mir. Ein Grosser Park, der sich entlang mehrerer Seen erstreckt, auf Schotterpiste passierbar ist und mehrere Campingplätze bietet. Mit vollem Service, mit weniger Service und "mit ohne Service", letztere kann man dafür auch "mit ohne" Geld benutzen. An gute alte Zeiten erinnert, wollte ich mich hier auch wieder niederlassen. Nur hatte ich meinen alten Reisekumpel Chuck nicht mehr dabei um ihn wieder mit etwa drei Litern Wein abzufüllen. Gut, so brauchte ich mir am nächsten Morgen auch nicht mehr die Vorwürfe anzuhören, ich seih an allem Schuld.
Mal wieder zum Park. Ich konnte am Eingang das erste mal meine Aufenthaltsgenehmigung (Residencia) benutzen! Statt den 20$ (Pesos) für Ausländer, brauchte ich nur 8$ zu bezahlen. Wer sich übrigens fragt was das soll... Der vergünstigte Satz soll zum einen die Einheimischen entlasten, das sie auch in ihre eigenen Nationalparks können, zum anderen ist der Eintritt vergünstigt, da man hier mit einem Teil der Steuern schon die Nationalparks unterstützt. Ich finds gut! Der Aufenthalt im Park war recht ereignislos, ich hatte einen kurzen Fahrtag, entsprechend viel Zeit zwischen Zelt, Motorrad und See herumzulungern und die Sonne zu geniessen. Nach der abendlichen Pasta mit Tomaten-Gemüse-Rotwein-Sauce... und dem Rest vom Rotwein war ich auch bedient und machte mich lang.
Der nächste Morgen war wieder typisch für mich. Etwa drei Stunden Buch lesen und Kaffe trinken und 20 Minuten fürs zusammenpacken. Hatte wieder nur nen kurzen Tag. Nach etwa 50km in "Trevelin" angekommen, konnte ich der örtlichen Pizzeria nicht wiederstehen und fuhr die letzten paar Kilometer zur Grenze etwas überladen weiter. An der Grenze hatte ich, wie erwartet keine Probleme. Kunststück! Ich kenne die Dokumente mittlerweile besser als die Grenzer. Nach Grenzübergang hatte ich noch sage und schreibe 10km zu bewältigen um in "Futaleufu" anzukommen. Wurde aber tatsählich noch nass dabei. Hier in den Bergen kamen Sturm und Regen auf mich zu. Mit leichtem Sommergepäck weniger lustig aber ich war ja schon wo ich hin wollte. Was soll es also!?
Das einzig Nennenswerte in meinen 24 Stunden in Chile ist leider eher Negativ. Ich schreibe es allerdings eher dem Dorf zu als dem ganzen Land. Auf der Suche nach einer Fleischerei, kam ich in einen kleinen übelst stinkenden Laden und fragte nach Hackfleisch, ich bekam es auch in eine Tüte geklatscht. Entschied mich bei dem Anblick später im Hostel aber doch dazu es dahin zu werfen wo es besser aufgehoben ist... ganz weit weg! Der zweite Versuch, und ich hatte mich schon informiert wo ich am besten einkaufe, verlief nicht besser. Der Gestank versetzte mich eher nach Somalia als nach Chile, kaufte mir aber doch noch Fleisch, diesmal besser am Stück! Fast das gleiche Ergebnis. Nachdem ich mit dem Kochen fertig war, war ich von dem Gestank dermassen bedient, ich konnte nicht essen! Habe meinen, definitiv von argentinischem Fleisch verwöhnten, Gaumen danach mit Whisky beruhigt.
Nun gut, wir reden hier über eine Motorradtour nicht über den neuesten Einkaufsführer. Der Rückweg führte mich quer durch die Provinz Chubut. Die Idee war, bis zur Ostküste ausschliesslich auf Schotterpisten zu fahren. Wegen dem bescheidenen Wetter das mich überraschte, änderte ich die Pläne später.
Zuerst einmal war ich aber tatsächlich im Schotter. Knapp nördlich von Esquel geht von der Ruta 40 die Strasse nach Paso del Sapo ab. Die Strasse wird zur Zeit geteert und ist auf den ersten 10 bis 20 km auch schon fertig. Der Rest ist noch witzig. Zwischen einfacher Schotterpiste und versandeten Kurven findet man alles.
Anfangs befindet man sich in der gewöhnlichen patagonischen Steppe, die Stimmung ändert sich allerdings und es wird hügeliger und grüner. Die Strasse verläuft genau entlang dem Rio Chubut, so schlängelt sie sich durch einen weiten Canyon wie ich ihn hier nicht erwartet hätte. Die eher seltenen Möglichkeiten wirklich direkt an den Fluss heran zu kommen laden zum Baden und Wildcampen geradezu ein. Man will gar nicht mehr weiter!
Eine der bekannteren Steinformationen in diesem Canyon ist der "Piedra parada"... der stehende Stein. Wasser und Wind haben das Tal lange lange ausgehölt und haben den etwa 100m hohen (ehrlich gesagt keine Ahnung wie hoch das Ding war) Felsbrocken in der Mitte des Tals stehen lassen. Bei Sonnenauf- oder untergang ein wunderbarer Anblick. Der Sonnenuntergang war mir auch vergönnt. Nur den Sonnenaufgang habe ich nach einer einsamen und gemütlichen Nacht am Fluss nicht erleben dürfen.
Schon am Abend war es ordentlich windig, Patagonien eben. Nachts pfiff mir der Wind allerdings dermassen ums Zelt, das ich drinnen lag und den alten Baum neben meinem Zelt knarren und ächzen hörte. Da liegend, dachte ich darüber nach ob es wirklich eine so gute Idee war das Zelt gleich unter den grössten Ast des Baumes zu stellen. Ich beruhigte mich dann mit dem Gedanken, das er immerhin wenigstens 30cm von meinem Kopf entfernt einschlagen würde. Die Nacht überlebt, nur sah der Morgen leider eher Wolkenverhangen aus. Hier und da eine kleine Lücke und das war es auch.
Ich liess mich zuerst nicht aus der Ruhe bringen und verbrachte die erste Stunde mit Kaffee und Buch. Der geplante Sprung in den Fluss viel temperaturbedingt aus! Ich fing dann aber doch an, mir Gedanken um das Wetter zu machen, kroch in das Zelt und räumte alles zusammen. Etwa 10 Minuten später kam ich wieder heraus und sah zu beiden Seiten dichte Regenvorhänge auf mich zukommen... Notstart! Ölkontrolle, Kette, ... was ist das?
Den Rest des Canyons, vorbei an dem Ort Paso del Sapo, bis hinunter zur geteerten Ruta bei Paso de los Indios kam mir mehr und mehr vor wie eine Mischung aus Bryce Canyon und Canyonlands in den USA. Wunderbare Landschaft auf diesen 170km. Ich weigerte mich allerdings die Kamera auszupacken, ich hatte eisige Finger.
Auf der Hauptstrasse nach Osten geht die Landschaft entsprechend weiter. Die Strasse zog sich durch eine rot-orange Felsenlandschaft und wurde nach Osten hin immer langweiliger. Wetterbedingt entschloss ich mich dazu einfach an einem Tag bis zur Ostküste durchzuschiessen. Enttäuscht bis angeekelt von Trelew, einer der hässlichsten Städte im Land, entschied ich mich kurz vor Sonnenuntergang die letzten 70km nach Puerto Madryn auch noch hinter mich zu bringen.
Madryn in Kurzfassung... Miguel besucht, um 22h angefangen Pollo al disco zu kochen, um 2h noch in ne Disco, gegen 5h mit irgendwelchen Leuten losgezogen und so gegen 9h wieder bei Miguel angekommen. Die Nachwirkungen dieser Nacht bewegten mich dazu die 500km nach Viedma doch besser auf Teer hinter mich zu bringen. So umging ich doch schon wieder meinen geliebten "Camino de la costa". Dank der schnellen Heimfahrt kam ich einen Tag früher zu Hause an als ich dachte und hatte noch einen Tag zum ausruhen. Den hatte ich auch bitter nötig!
Es toben die Stürme...
Sonntag, 3. Januar 2010... es brausen die Wogen.
ok... Wogen gab es keine aber der Sturm, der noch immer übers Dach fegt war recht interessant.
Von meinem Fenster aus sah ich eine schwarze Sandwolke auf uns zukommen. Es brauchte etwa 2 minuten, da war es Nachtschwarz. Patagonien ist schon lustig!
Von selektiver Wahrnehmung und dem Theorem zur Existenz Gottes
Mittwoch, 30. Dezember 2009In nun fünf Monaten in dieser Firma, ich nenne sie mal nicht beim Namen, machte ich mir schon so einige Gedanken. Ist nicht so das ich hier zuviel Zeit hätte, mein vegetatives Nervensystem zum Beispiel arbeitet stets auf hochtouren. Die höheren Gehirnfunktionen werden durch regelmässige Kaffeeinfusionen gewährleistet, so wird das kribbeln im Kopf immer wieder zurückgedrängt.
In meinen Anstrengungen, das hier erlebte in Worte zu fassen, schrieb ich schon so einige Berichte, löschte sie aber wieder. Es war zu... unkreativ. Wie auch immer ich es beschreiben wollte, es las sich wie die Bedienungsanleitung eines Irrenhauses. Mit diesem Wahnsinn ist nun schluss.
So also mal zu den Fakten...
Theoretisch gesehen regelt diese Firma die Wasserversorgung einer ganzen Provinz von etwa der halben Grösse Deutschlands. Praktisch gesehen tut sie es nicht! Die Zuständigkeiten wurden im laufe der Jahre so oft verstaatlicht und wieder privatisiert, dass man sich jeden Morgen aufs neue fragt ob man nun Salutiert oder sich doch die Hand schüttelt. Zum heutigen Zeitpunkt hat sich ein Gleichgewicht eingependelt, die Firma ist nun halbstaatlich. Der aufkeimende Funke der Hoffnung kommt allerdings nicht weit. Die Firma ist einer übergeordneten Wasserbehörde unterstellt. Das ist zwar soweit nicht verwunderlich, irgendwer muss es ja regeln. Nur hat man zwischen Firma und Behörde mittlerweile keine Ahnung mehr, wer nun für was und warum zuständig ist.
Da ich mich in der ersten Zeit recht gut zu beschäftigen wusste, lebte ich in einer selektiven Realität. Dinge geschahen, die ich entweder über sprachliche oder systematische Anpassungen geistig ausklammern konnte. Mein zentrales Nervensystem verstand sich lange darauf, teile meines Gehirns ausser kraft zu setzen und mich der Situation so hinzugeben wie sie war.
Die beschäftigungsreiche Zeit am Anfang verbrachte ich mit dem Aufräumen der Daten auf dem Computer und des 4-fachen Backups auf dem Firmen-"Server". Mein Vorgänger, ein qualifizierter Ingenieur, verstand sich gut auf fraktale Datenspeichersysteme und der vollstrukturierung des Nichts. So war ich in der Lage den Informationsreichtum von gefühlten 30 Gigabyte (ohne Backups) auf 30 Megabyte zu komprimieren. Erste Karriereideen kamen dabei auf.
Dank meiner ersten Erfahrung mit der Erstellung von Kostenvoranschlägen für Lufteinblasanlagen für Klärgruben... für ... ach nein. Gut, nach Recherche aller nötigen Details, Lieferanten und Einzelpreise wagte ich mich nach Arbeitslöhnen zu fragen. Nicht mal für mich, nur für den Kostenvoranschlag. Das es kein anderer im Büro wusste war keine Überraschung. Als aber mein telefonisch befragter Vorgänger es schaffte, sogar das Telefon mit den Schultern zucken zu lassen, schrieb ich einfach irgendetwas. Es fiel nie auf. Wie auch? Drei Tage später wurde das gesamte Projekt von der Behörde gekippt. Das Datum auf der Notiz brachte mich meiner tatsächlichen Realität wieder ein Stück näher. Das Projekt war schon geändert worden, noch bevor ich mit dem Kostenvoranschlag anfing.
Die nächsten Wochen wollte ich mich nun mit sinnvollen Dingen beschäftigen. Ich erstellte das am besten gestaltete, multifunktionellste und vor allem teuerste Excelvorlage der ganzen Republik. Ich habe Sie bis zum heutigen Tag nicht einmal mehr benutzt.
Die restlichen drei Monate, bis Heute, verliefen ruhig. Man versuchte verschiedene Probleme zu lösen um zwei Jahre alte Projekte in den letzten Tagen mal eben fertig zu stellen...
Auszug Wikipedia:
Unter Problemlösen versteht man die Tätigkeit eines intelligenten Wesens, für ein gestelltes Problem - meist durch bewusste Denkprozesse - eine Lösung zu entwickeln oder anzuwenden.
... So harrte man der Dinge die da kommen.
Die Situation treibt mich nicht nur dazu das Internet auf Papier abzuschreiben, in den wachen Momenten meines Großhirns denke ich auch über dieses und jenes nach. Sogar ich ungläubiger musste nach Betrachtung einiger Fakten die Existenz eines höheren Wesens einräumen.
Was auch immer passierte, niemand starb wegen versagender Wasserversorgung.
1. Axiom:
Abbrennende Produktionsanlagen verursachten lediglich nicht nenneswerte Todesfälle.
2. Axiom:
Das Argentinische Volk verbrannte bisher nicht in einem Flammenmeer, verursacht durch Fehlfunktionen oder Kurzschlüsse in ihrer Energieversorgung.
3. Axiom:
Weihnachtsstimmung
Donnerstag, 24. Dezember 2009Nu fang ich doch wieder an zu schreiben. Ich muss zwar davon ausgehen, das meine Mitleserschaft auf dem Blog, dank meiner Aktivität, schwer eingebrochen ist, aber irgendwo muss ich es hinschreiben.
Ich sitze gerade auf der Arbeit. Bis zwölf sind wir heute hier, da der Herr Gouverneur in seiner Herrlichkeit und Mildtätigkeit per Dekret bekanntgegeben hat, das alle Menschen seiner Provinz am Heiligabend und Silvestertag nur bis 12 Uhr Arbeiten.
(Das mit dem Dekret war kein Witz!)
Natürlich gibt es hier Dinge, die sich von Deutschland nicht unterscheiden, so wollen zum Beispiel alle frei haben aber die Supermärkte müssen bis 18 uhr geöffnet bleiben. Wäre ja schrecklich wenn die Einkaufspläne durch ein plötzlich aufkommendes Weihnachtsfest durchkreuzt würden.
Naja, so ist Weihnachten, wie überall eben. Eine andere Beobachtung ist, dass ich keinen Menschen in Weihnachtsstimmung entdecken kann, zumindest nicht mit dem, was ich als Weihnachtsstimmung bezeichnen würde.
Da ich ein recht logisch denkender Mensch bin und meine Religion eher die Wissenschaft ist, glaube ich nicht, aber gar nicht, an das ganze drumherum. Jesus geboren an einem 24. Dezember... sicher! In der Krippe... und zwei Wochen später kommen drei Leute daher, die einem Stern gefolgt sind... gut dass das (angeblich) vor zweitausend Jahren geschehen ist, heute wird man weggesperrt wenn man nur erwähnt man hat einen Stern gesehen und ihm gefolgt ist. Zumindest aber ist man seinen Führerschein los!
So prallen also eigentlich die Geschichten zu Weihnachten, Ostern, Geburt und Wiederauferstehung von mir ab, nun ist es aber bei jedem Menschen so, das er an irgendwetwas glauben wird, vielleicht sogar glauben muss.
In meinem Kopf befindet sich genügend "Narrativum" um auch noch nach Jahren der "Wahrheit" an den Weihnachtsmann glauben zu wollen. Wenn man soetwas sagt, klingt das entweder kindisch oder Senil. Überschreitet man eine gewisse Altersgrenze, sollte man das auch nicht mehr öffentlich sagen, man läuft Gefahr von der eigenen Familie enteignet und ins Altersheim gesperrt zu werden.
Mein Geisteszustand ist weitestgehend unbedenklich, oder zumindest ungefährlich. Ich glaube nicht unbedingt an die Coca-Cola Variante des Weihnachtsmannes, da würde ich auch in eine Krise kommen. Glaube ich dieses Jahr an den von IKEA oder doch eher an den besoffenen von EDEKA? Um das "Glauben" wieder etwas zu relativieren, versuche ich es zu erklären.
Ich weiss nicht welche Drüsen es sein könnten aber sie werden etwa zur Mitte der Adventszeit aktiv und fluten meine Nervenbahnen mit eben diesem Narrativum. Die Realität auf ein Nebengleis umleitend, fängt mein Gehirn also an, mich in einer Welt aus Weihnachtsschmuck, Glühwein und Glücksseeligkeit wandeln zu lassen. So bin ich tatsächlich in der Lage die regionalen Weihnachtstraditionen mit denen ich aufwuchs, zu geniessen. Ich bin in der Lage einen Gang zurückzuschalten, die Meckerer und Miesepeter auszublenden, denn es gibt sie nicht. Das erreicht seinen Höhepunkt beim schmücken des Weihnachtsbaumes. Ebenfalls einfach eine, gar unchristliche, Tradition. An denen meine Eltern, wie auch ich einfach festhalten. Ohne weitere Bedeutung, nur weil es schön ist.
Auszug aus Wikipedia zu "Narrativ":
... Das Narrativum ist eine kreative Wortneuschöpfung des Roman-Autors Terry Pratchett die besagt, dass sich ein geschichtliches Ereignis so weiterentwickeln wird, wie man es von einer Geschichte erwartet. Dabei wird die Erwartungshaltung, die man von einer fiktiven Geschichte (Roman, Film, Theater…) haben kann, auf das reale Leben übertragen...
Nein, ich bin nicht bekifft! Aber gut ich sollte vielleicht erwähnen warum ich diesen kram schreibe und mich auch noch wage, das alles unter meinem Namen im Internet zu veröffentlichen.
Mein Narrativum ist am Ende! Ich habe so etwa am 10. Dezember bemerkt, dass Weihnachtszeit ist. Ich wollte nun wirklich nicht am ersten Advent ein Gedicht aufsagen, mich aber vielleicht hinsetzen und, in Erinnerungen versunken, einen Whisky trinken. Ich habe nur mit den Schultern gezuckt. Das zog sich die ganze Zeit dahin. Auch hatte ich vor einen kleinen Tannenbaum aufzutreiben und dezent (!) zu schmücken. Habe ich nicht "geschafft". Die Weihnachtsbäume hier treiben mir eher die Tränen in die Augen. Kleine Plastik-"Bäume" mit ganz vielen bunten Sachen drin und einer grenzwertigen Anzahl an Lämpchen, die in allen möglichen und unmöglichen farben blinken. Akzeptierte und angewandte Blinkfrequenzen liegen zwischen 2 und 50Hz!
Das sind lokale Traditionen, das ist zu akzeptieren. Ich lasse jeden machen wie er meint. Nur mir fällt die Anpassung schwer. Das auch noch ausgerechnet in der einzigen Zeit des Jahres, in der ich meine logischen Gehirnfunktionen abschalte, Narrativum, Serotonin und was weiss ich noch alles meine Nervenbahnen lähmen und mich in diesen apathisch-glücklichen Zustand der Glücksseeligkeit versetzen.
Ich habe diese Phase irgendwie nicht erreichen können. Selbst der Gefühls- und Meinungsverstärker (Anm. nach Waeltis Kommentar: Stimmungsverstärker passt besser) Nr.1, freund Alkohol konnte mich nicht in den Zustand der Erlösung bringen.
In ganz kurz... ich bin nich in Stimmung!
Frohe Weihnachten
Donnerstag, 24. Dezember 2009Ich habe angefangen viele Dinge zu schreiben... und nichts davon fertig gestellt, geschweige denn hier veröffentlicht.
Nun kann ich aber wenigestens ein frohes Fest wünschen. Liebe Grüsse aus Argentinien, habt ein schönes Weihnachtsfest und, für alle Fälle nen guten Rutsch!
Bis dann
Sebastian
Verwüstung Patagoniens
Dienstag, 10. November 2009So sieht es aus dem Weltall aus...
Sandsturm, der aus Patagonien in die Provinz Buenos Aires weht.
und das hier ertragen wir...
4. November 2009 (Sommer!!) - Stroeder, ganz in der Nähe von Viedma
Es ist 16:35 und es ist Nacht am hellichten Tag!
Die Flecken sind Sand und Staub im Sturm
Die Sonne ist durch den, in der Luft stehenden, Sand verdunkelt
Ruta 3, Richtung Süden, unweit von Stroeder (und Viedma).
Strasse vom angewehten Sand blockiert.
Laut der NASA kann dieses Phänomen an nur drei Orten Weltweit beobachtet werden
In den Wüsten der Sahara und Sibiriens, ...
und nun auch in der Wüste Patagoniens
Was bietet uns die Zukunft??
ohne worte...
Dienstag, 10. November 2009Windows... 7 Gedenkminuten
Montag, 9. November 2009Mal wieder Zeit für was gehässiges oder??
Habe mir mal Windows 7 besorgt, natüürlich legal! Was glaubt ihr denn? In den ersten 20 Minuten habe ich es wirklich auf etwa 7 Bill-Gates-Gedenkminuten und zwei Neustarts durch Meinungsverstärker (Reset-Taste) gebracht.
Was habe ich dem armen Betriebssystem angetan? Nicht viel, drei simultane Downloads im Firefox und eine CD geöffnet. Nach dem Neustart hatte ich noch immer die drei Downloads und war so dreist und versuchte das Design zu ändern.
Naja, ich werde noch ein wenig herumspielen. Bevor mein Blutdruck ins Unermessliche steigt, schmeisse ich die Testplatte wieder aus der Drivebay und starte durch in die herrliche Linuxwelt.
Übrigens... ihr erinnert euch an das gehabe von Microsoft wegen dem vorinstallierten Internetexplorer. Die EU hat Microsoft am Ende dazu gezwungen dem Kunden die Wahl des Browsers zu überlassen. Ich muss hier wohl die US-Version haben. Keine Fragen zum Browser! Ich hatte gleich den neusten html-zerhacker von Micro$oft drauf
Bis die Tage
Hirnschaden durch Kapitalismus
Montag, 9. November 2009Ein Spiegel-Online Artikel verleitet mich mal wieder zu einem relativ sinnlosen Kommentar, aber meine Finger jucken... es muss raus!!!
Worum es geht?
Der liebe Herr B(l)ankfein gibt zum besten wie es in den Köpfen milliardenschwerer Banker aussieht. Ich denke es sind doch noch giftige Stoffe in Banknoten enthalten.
Ich hatte mir schon ausgemalt wie ein öffentlicher Aufruf zum Mord auf meinem Blog wirken würde, mache mir aber Sorgen, dass die Südamerika-Abteilung des CIA jeden Moment vor der, oder besser auf der, Tür stehen könnte. So lasse ich es lieber sein und hoffe auf den nächsten Amokläufer im "land of the brave".
Amen
PS: Die Kommentare im Spiegel-Forum sind auch ganz wunderbar. Sind gute Ideen dabei.
Viajeros
Sonntag, 8. November 2009Ich wollte die Bilder ja eigentlich bei Faceb*** hochladen. Da deren verdammter Uploader nicht funktioniert, hatte ich die Wahl. Meinen Sonntag mit Fehlersuche zu vergeuden, oder es vergessen und eine andere Lösung suchen.
Habe mich entschieden die Bilder hier in den Blog zu stellen, so werde ich berühmt, werde jetzt ganz gross rauskommen. Hätte ich die AdSense Werbung hier eingebaut, was ich seit Monaten vorhabe, würde ich sogar reich werden.
Naja, vielleicht auch nicht ![]()
7:04
Mittwoch, 21. Oktober 2009Moin!
Die Sache mit der Arbeit entwickelt sich nun. Ich bin fast durch mit der Beschaffung meiner Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubniss, dauert bisher auch nur ein halbes Jahr!
Auch wenn ich formellerweise die Arbeitsgenehmigung noch nicht habe, bin ich hier schon mitten drin. Die letzten drei Monate habe ich nur auf halber Kraft gearbeitet... von 9 bis 14 Uhr, allerdings auch ohne Geld! Das bekomme ich nun glücklicherweise nachgezahlt, habe also die nächsten drei Monate keine Geldsorgen.
Gestern habe ich nun endgültig den Vertrag unterschrieben, Unfallversicherung, Krankenversicherung und all der ganze Krempel wurde abgehandelt und ich bin wieder im System! Es mag Leute geben denen das gefällt, wegen der Sicherheit und so...
Systeme haben allerdings auch die Eigenschaft zu regulieren und einzuschränken. Eigentlich dauert es bei mir was länger bis es mir wieder bis zum Hals steht, allerdings bin ich ja schon drei Monate dabei. Ausserdem gibt es hier einen alten Freund, den ich nie mehr wieder sehen wollte: Die Stechuhr!
Da ich jetzt unter Vertrag arbeite bin ich an die Bürozeiten gebunden und versuche mich zwischen 7 und 15 Uhr sinnvoll zu beschäftigen. In einem halben Jahr dürfte ich also alles über Linux wissen was es so zu wissen gibt. In einem Jahr dürfte ich eine ganze Reihe von Homepages neuprogrammiert und designed haben.
Um dem System auch gleich zu zeigen wo hier der Hammer hängt, sah mein erster Stempel auf meiner Karte heute morgen ziemlich genau so aus...
7:04
...to be continued
OK, ok ...
Dienstag, 13. Oktober 2009... es ist wieder eine verdammte Ewigkeit her das ich was geschrieben habe. Es gab noch keine Beschwerden aber ich kann mir vorstellen, wie der eine oder andere schon grummelt, dass man so rein gar nichts von mir hört.
Hier ist also mal ein Rundumschlag.
Die Arbeit macht mich völlig fertig! Es gibt fast nichts zu tun, was es zu erledigen gibt, dauert ewig und ich muss mich dieser Geschwindigkeit anpassen. Gelingt mir zwar soweit aber es schlaucht doch ein wenig. Zumal ich tatsächlich nur im Büro hocke und jeden Tag hoffe, das mal was interessantes passiert.
Der Papierkram für meine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung dauert noch immer an. Wir sind zwar fast soweit, allerdings fehlen noch immer ein paar kleinigkeiten. Sitze hier schon drei Monate ohne Bezahlung und gehe den Jungs so langsam aufs Dach.
Um etwas abwechslung ins Arbeitsleben zu bekommen werde ich vielleicht wieder mit dem Schaltschrankbau anfangen. Das schöne hier ist, mit meiner Arbeitsgenehmigung kann ich mich auch legal Selbstständig machen! Würde also im Büro sitzen, die "Projekte" planen und dann dafür sorgen, dass ich die Aufträge bekomme. Nett oder? Sie haben es aber auch bitter nötig, wenn man vergleicht, wie hier Schaltschränke gebaut werden und wie ich es gelernt habe.
Bei so vielen Menschen, die hier einen Volkswagen haben wollen, kann ihnen Qualität so egal nicht sein!
OK, weg von der Arbeit, ab nach Hause. Das Haus steht noch, ich habe nun sogar Photos gemacht und wann immer ich mich an den Rechner setzen will und sie verkleinern und hochladen will, kommt mir etwas dazwischen. In Deutschland hatte ich mich schon beschäftigt und ausgelastet gefühlt, hier ist es im Moment noch schlimmer. Arbeit, Hund, Computer, Linux, Photos, ... ach ja, Marisol auch noch ![]()
Das ich eigentlich wieder irgendwas sportliches machen sollte, will ich gar nicht erwähnen. Wenigstens fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Mir bleibt aber auch nichts anderes übrig, das motorrad steht im Hinterhof und streckt den Arsch in die Höhe. Das Federbein ist seit zwei Monaten in Buenos Aires zur Reparatur. Vielleicht schnitze ich mir auch einfach ein neues aus Holz.
Das war mal eben ein kurzer abriss. Wollte eigentlich das lange Wochenende (gestern war feiertag) dazu genutzt haben ne ganze Menge zu erledigen und Bilder hochzuladen und so weiter. Da es mir aber etwas dreckig ging, habe ich es auf ganze zwei e-mails gebracht. Der Rest ging unter. Ich hole aber wieder auf, versprochen.
Bis die Tage!
Bin fast da!
Montag, 21. September 2009Nach lächerlichen zweieinhalb Monaten Arbeit ohne Bezahlung bin ich fast fertig mit dem Papierkram.
Meinen eigenen Papierkram hatte ich ja schon komplett zusammen, im Endspurt fehlte mir dann doch noch eine Übersetzung. In der Zwischenzeit mussten wir noch auf ein paar gestempelte Blätter Papier aus Buenos Aires warten, die Dokumentation der Firma. Nachdem der Firmenanwalt sagte, er hätte alles erledigt, fiel zwei Wochen später auch schon auf, das er nichts getan hatte. So wurde es endgültig in Angriff genommen und dauerte auch nur die angekündigten 40 Tage.
Da sind wir nun. Mein Vorvertrag wurde gerade eben unterschrieben. Morgen geht es zur Migrationsbehörde. Die Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Die Tatsache, das mein Touristenvisum durch das ganze Chaos abgelaufen ist, könnte morgen noch mal witzig werden. Ich werde mich da aber noch durchbeissen.
Danach muss ich nur noch mit zwei Zeugen meine Anschrift hier in Argentinien bestätigen lassen, danach noch zur Sozialversicherung, die Nummer beantragen, mit der Nummer kann ich dann zur Steuerbehörde rennen und meine Steuernummer abholen...
Klingt irgendwie ganz einfach wenn ich das jetzt so schreibe. Fühle mich allerdings wieder wie Asterix auf Dokumentenjagd, bin auch kurz vor dem Wechsel zur Obelixtaktik... wir werden sehen wie es läuft.





